Marcus Tandler | Mediadonis | Just another Online-Marketing Superhero
 

Vom Tuten und Blasen

Angefangen hat alles mit Sueddeutsche-Chef Hans-Jürgen Jakobs, der vor nem knappen Monat ganz weltfremd SEO-Konventionen gegen “Manipulationen” gefordert hat…

Zwei Wochen später forderte dann der Focus-Online Chef mehr Transparenz beim Suchmaschinenmarketing

Und jetzt weint sogar noch der WAZ-Cheffe Bodo Hombach ne Runde mit, und attackiert Google -> “Um die Reichweite ihrer Websites zu pushen, investieren Medienhäuser hohe Summen in Suchmaschinenoptimierung. “Es ist an der Zeit, damit aufzuhören”, mahnt Hombach.

Man man man… typisch Deutschland!
Natürlich dreht es sich hier nicht um Suchmaschinenoptimierung, sondern vielmehr um simple AdWords-Werbung, aber diese Differenzierung ist wohl einfach zu kompliziert für die Medienmogule.

Was ist der Stein des Anstosses? Ein paar Voreiter, wie bspl. die WELT online, optimieren ihre Inhalte hervorragend für Google News, die ja des öfteren, gerade bei current events, on top der SERPS angezeigt werden, und dadurch massiven Traffic bescheren können! Außerdem kaufen ein paar findige Verlage AdWords bei bspl. current events ein, und jagen somit für niedrigste cent-clickpreise tausende von User zusätzlich auf ihren Seiten!

Manche Redaktionen, so will Wegner wissen, kauften derzeit für hohe fünf- oder gar sechsstellige Summen pro Monat Reichweite bei Google und anderen Anbietern, „ohne diesen Traffic auch nur entfernt refinanzieren zu können

Da weiß Wegener wohl nicht wirklich Bescheid – denn bei einem Clickpreis von vielleicht einem oder zwei cent und 3-4 TKP-Buchungen auf der Zielseite kann man den Traffic sehr wohl wieder refinanzieren, und wie!

Das ist doch wirklich typisch, oder? Statt sich die Sachen mal genauer anzuschauen, oder kompetente Hilfe ins Boot zu holen, weint man lieber in aller Öffentlichkeit rum, und schimpft auf die, die es besser machen! Klar, die Sache ist nicht trivial, aber die Verlage können es sich garnicht leisten, nicht mit auf den Zug aufzuspringen! Lieber auf die anderen schimpfen, statt es selber einfach besser zu machen, ist ja sooo viel einfacher! Jetzt haben ein paar Verlage das Internet-Zeitalter schon verschlafen, und nun wollen sie nicht mal die Augen öffnen und aufwachen! Erbärmlich!

Google hat den Traffic, man muss ihn sich nur holen! Ob nun via organischem Index, Google News oder AdWords -> lieber Bodo Hombach, von ihrer Seite ist Umdenken angesagt!

18 Comments on "Vom Tuten und Blasen"

  1. Johannes sagt:

    Uh, ein SEO/SEM-Post ;-) Inhaltlich ist dem nichts mehr hinzuzufügen – das Auftreten der Drei zeugt von Inkompetenz.

  2. Eric sagt:

    DANKE! Du sprichst mir aus dem Herzen.

    Und: Weder bei SZ, WAZ oder Focus würde man feuchte Hände bekommen, wenn man einen Zeitungsgrossisten dazu bewegen könnte, das eigene Blatt in allen Kiosken immer schön vorne neben der Kasse zu platzieren – auf dass es eher mal gekauft wird. Oder wer fordert die Ausweisung der Exemplare, die über Mini-Abos oder Anzeigen in anderen Magazinen verkauft wurden? Wieso soll so was denn im Internet schlecht sein bei bedrucktem Papier aber o.k.?

    *arghhhh*

    grüße
    eric

  3. Tommy sagt:

    Dieses rumgeheule konnte man immer wieder bei der Presse verfolgen.
    Da schimpfen dann alle über Fairness am Markt und wie unfair es doch ist, sich, in diesem Fall, Traffic zuzukaufen … am besten ignorieren ;)

    Bin aber schon auf einen bild.de Artikel zu dem Thema gespannt :D

  4. pip sagt:

    Sind das nicht DIE Verantwortlichen, die in Bahnhöfen und Fussgängerzonen kostenlos Zeitungen aufquatschen oder per Drückerkolonne Abos verticken um Ihre Ziele zu erfüllen?

    Wann bekomme ich eine Senseo-Maschine für das Lesen auf derwesten.de oder ein Reisekoffer-Set als treuer Online-Leser der Süddeutschen? Wenn eine Zeitung im Printbereich mehr als 100 € für eine ABO-Generierung ausgibt, dann soll es nicht legitim sein insgesamt verschwindend kleine AdWords-Budgets zur Leser-Gewinnung zu platzieren?

    Wo man seine Reichweite herholt ist doch vollkommen irrelevant. Solche Maßnahmen sind lediglich daran zu messen, ob sie sustainable, also kurz- oder wenigstens langfristig profitabel sind.

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an: Die Äußerung zeugen von fachlicher Inkompetenz und Doppelmoral. Amen.

  5. ToB sagt:

    Also ich find das auch alles total gemein!
    Gehört alles verboten. Jegliche Art von Werbung. Weil da gibt es Firmen, die geben Millionen für Fernseh- und Print-Werbung aus. Und dann haben die viel mehr Kunden und verdienen dadurch mehr Geld.
    Andere platzieren ihr Geschäft so gut in der Innenstadt, dass die auch viel mehr Kunden haben. Aber ich kann mir das doch nicht leisten. Also Geschäfte in der Innenstadt sollten auch verboten werden. Ich fordere für jeden den gleichen Standort, damit jedes Geschäft gleich gut gefunden wird.

  6. Tekka sagt:

    Und es ist ja nun nicht so, dass die Sueddeutsche kein SEO betreibt. Man sieht ja deutlich, wie sie versuchen, einige Maßnahmen von WELT zu kopieren, jedoch damit nicht so erfolgreich sind. Und weil es eben nicht klappen mag, heult man sich eben aus.

  7. Loewenherz sagt:

    Marcus, du wirst doch jetzt nicht anfangen, hier über SEMSEO zu bloggen? Das zerstört doch dein neues Image *lol*
    Ansonsten passt dein Posting: Ob Zeitungsmogule oder andere Scheuklappenfreaks, wer das Nachsehen hat oder fehlende Kompetenz, ist halt am Rumheulen…

  8. Olaf sagt:

    Ich wundere mich immer wieder, wie solche Leute an Führungsposten bei den Verlagen kommen. Bodo Hombach z.B. wurde, nachdem er die Sache mit den Zwangsarbeiter- Entschädigungen gegen die Wand gefahren hatte, als “Balkan- Koordinator” abgeschoben. Für den Posten des WAZ- Chefs hat es später trotzdem noch gereicht. Wer keine Ahnung hat, sollte einfach mal den Mund halten…

  9. Sascha sagt:

    Echt mal im Ernst da spricht einfach der reine Neid aus der obersten Etage bzw. wird einem hier klar gemacht dass einige Verlage bzw. Chiefs ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben! :) )

    Naja … aber mal wieder schön das Thema SEO & SEM Traffic auf den Punkt gebracht, Marcus!

  10. mj sagt:

    Ich denke da haben es einige Zeitungen einfach verpasst auf den Zug aufzuspringen und heulen jetzt rum weil z.B. die Welt einen guten Job macht. Anstatt den Konkurrenzkampf anzunehmen gehen sie jetzt einen Schritt zurück…

  11. Marcus sagt:

    Komisch, dass sich immer nur die über SEO/SEM beschweren, die selbst etwas beim Thema “hinterherhinken”.

  12. kev sagt:

    Das war ja mal wieder klar. Wenn man es selber nicht kann, einfach mal was in den Raum werfen. Sowas ähnliches habe ich letztens in einem Touristikmagazin gelesen…

  13. SNF sagt:

    Am besten Google News verklagen wie in Belgien, dann ist Ruhe ;-)

  14. newego sagt:

    Was will man von der Branche erwarten? Die glauben ja heute noch an die Zukunft Nachrichten auf Papier…Mal sehen, wann die das iPad mitbekommen.

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