Marcus Tandler | Mediadonis | Just another Online-Marketing Superhero
 

Mit “Explore” zum Google+ Superstar

Gastbeitrag von Ulf Weihbold, Digital Creative Director bei der Werbeagentur Fredmansky

Einführung: Der Explore Stream

Auf der linken Seite bei Google+ gibt es ein kleines Logo mit den Namen Explore, dieses kleine, unscheinbare Icon beinhaltet mehr als man glaubt.

Icon

Was bedeutet “Explore”? Dazu ein kleiner Auszug aus der Google Hilfe:

Quelle: http://support.google.com/plus/answer/1686118?hl=en

The Explore page highlights selected content that is exemplary, interesting, and appropriate: showing you serendipitous and diverse information

Explore – What’s Hot ist der ultimative Viralkanal, das Beste von Facebook und Twitter vereint: Von Facebook wurde die Einfachkeit der Bedienung und die (scheinbar) klare Übersicht und von Twitter die “Trending Topics” übernommen.

Damit hat Google+ es geschafft, jedem, der “schnell einmal sehen möchte was so los ist” eine einfache und schnelle Übersicht zu geben, welcher Content im Moment angesagt ist.

Was bringt mir das?

Kurz gesagt: neue Follower! Dazu 2 Beispiele:

Batman Funktion

Diese “Batman Funktion” wurde bei einem Followerstand von 258 gepostet und ist durch relativ gute Interaktionsraten schnell auf Platz 1 im englischen Stream gekommen. Nach 2 Tagen konnten damit insgesamt 1840 Follower generiert werden, das ist ein Zuwachs von insgasamt 810%!

Big Bang Theory

Dieses Bild ist kurz darauf wieder auf Platz 1 im englischen Stream gekommen und konnte innerhalb von 3 Tagen noch einmal 1145 Follower generieren. Wieder ein realtiver Zuwachs von 180%. Diese Zahlen scheinen jetzt absolut nicht sehr hoch zu sein, wenn man diese Zahlen allerdings in einem Vergleich zu Facebook setzt, sieht die Geschichte schnell ganz anders aus:

Der Vergleich zu Facebook

Zum damaligen Zeitpunkt waren die größten Google+ Pages von 3 Bands: Coldplay, Red Hot Chili Peppers und Train. Diese hatten gemeinsam eine Followerzahl von 1,7 Mio.

Zur gleichen Zeit hatten diese Fanpages auf Facebook 39,4 Mio Fans. Eine einfache Rechnug ergibt hier ein Verhältnis von 1:23. Mit diesem errechneten Verhältnis kann man nun die durch 2 Postings generierten Follower (insges. 2988) auf theoretische 68724 neue “Fans” hochrechnen.

Somit wurden also mit 2 guten Postings insgesamt (theoretische) 68700 neue Follower generiert!

Natürlich entspricht diese Zahl einer Milchmädchenrechnung. Wenn man jedoch bedenkt wie hoch die Userzahlen Anfang 2012 bei Facebook im Vergleich zu Google+ waren, scheint diese Zahl mittels der Hochrechung realistisch zu sein.

Der Unterschied zwischen deutschem und englischem Stream

Mit meinem persönlichem Profil habe ich es zwei Mal geschafft auf den ersten Platz im deutschen Stream zu kommen:

Wurstsemmel

Nach zwei Tagen auf Platz 1 konnte ich insgesamt nur 181 neue Follower generieren.

Auch dieses Posting konnte nach ca. 1,5 Tagen auf dem ersten Platz nur 12 neue Follower generieren. Interessant bei diesem Posting war, dass in den Kommentaren eine hitzige Diskussion über die “ethische Korrektheit” des Postings ausbrach. Humor ist offensichtlich nicht für jeden offensichtlich oder gar verständlich.

Kindergärten

Dieses Posting war wieder ein weiteres Beispiel dafür, dass Content aus Postings oft nicht einmal ansatzweise hinterfragt wird, denn der Artikel über die GEMA war aus dem Jahr 2010.

Meine Erfahrung im deutschen Stream war eher frustrierend. Entweder wurde im deutschsprachigen Google+ der konzeptuelle Unterschied zwischen einkreisen (Google+, unidirektional) und einer Freundschaftsanfrage (Facebook, bidirektional) nicht verstanden oder deutschsprachige User sind einfach “Circle-geizig“.

(Alternativ könnte mein Content auch einfach Mist gewesen sein. Wobei hier bin ich mir sicher, dass die gleichen Postings im englischen Stream wesentlich mehr Follower generiert hätten)

Was ist (viralfähiger) guter Content?

Die grosse Frage, die sich damit natürlich stellt ,ist: Was ist guter Content, der eine vernünftige Anzahl an Follower generieren kann?
Ich habe für mich dazu 2 Kriterien definiert:

Die “Würde ich das selber sharen” Frage

Diese Frage ist aber nur bedingt brauchbar, da man als aktiver Content Creator (besser: Kopierer) tendenziell relativ wenige Posting auf seinem eigenen Seiten/Profil teilt.

Der Grins-Klick Test

Wenn man guten Content findet und einem dabei selber zumindest ein Grinser auskommt oder man das Gesicht aus Erschrecken/Entsetzen verzieht und danach klickt ist es guter Content. Wichtig hier ist aus meiner Sicht die eindeutige Kombination einer durch den Content induzierten Emotion und eine darauf folgende Interaktion.

Wie kommt man auf Platz 1?

Der Algorithmus hinter dem Ranking im Explore Stream ist (wie üblich) geheime Google Magic. Man kann davon ausgehen, dass die bei den Ripples eingeblendeten Kennzahlen die Grundlage für diese Berechnung sind:

Average Chain Lenght

Die durchschnittliche Länge einer Kette von nacheinander folgenden Shares

Longest Chain

Die längste Kette von nacheinander folgenden Shares

Shares/Hour

Die Anzahl der Shares pro Stunde

Jede dieser Kennzahlen sollte natürlich so hoch wie möglich sein. Man kann auch davon ausgehen, dass diese Kennzahlen nicht nur je Post berechnet werden sondern, dass daraus eine Profil-spezifische Kennzahl berechnet wird. Als “Profil” sei hier ein persönlicher Account oder eine Business Page definiert! Somit kann auf Basis dieser Durchschnittszahlen aus allen Posts eines Autors sehr schnell erkannt werden wie “viral” ein Post ist (oder nicht).

Diese Profil-spezifische Kennzahl könnte man einfach “Viralniveau” nennen.

Sichere Einflussfaktoren auf dieses Viralniveau sind die Interaktionsraten vergangener Posts und der Anzahl an Follower gesamt. Wobei hier eine große Anzahl an Follower nicht unbedingt eine positive Auswirkung haben muss, denn mit steigender Anzahl an Follower steigen (zumindest theoretisch) auch die Interaktionsraten. Wenn hier das Verhältnis zwischen der Anzahl an Follower und den durchschnittlichen Interaktionsraten nicht konstant bleibt, sinkt die Wahrscheinlichkeit in den Explore Stream zu kommen sehr schnell.

Dieses theoretische Konzept “Viralniveau” hilft bei der Optimierung für den Explore Stream ungemein: Mittels den Ripples zeigt uns Google sehr eindeutig, welche anderen Autoren Posts von uns geteilt haben. Jeder dieser anderen Autoren hat sein inherentes Viralniveau. Das Viralniveau des ursprünglichen Content-Creators wird dann mit dem Viralniveau des “Sharers” verglichen und somit wieder ein Verhältnis gebildet. Sobald hier eine gewisse Größe überschritten wird, geht ein Post in kurzer Zeit in den Explore Stream.

Was kurz gesagt bedeutet: Sobald ein Post von anderem Autor mit wesentlich höherem Viralniveau geteilt wird, steigt damit die potentielle Wahrscheinlichkeit auf den Platz 1 im Explore Stream enorm.

Interessant dabei ist, dass immer der ursprüngliche Post in den Eplore Stream kommt. Was auch erklärt warum oft Postings im Stream sind, die relativ gesehen zu anderen Posts im Stream sehr geringe Interaktionsraten haben.

Dieses Viralniveau könnte auch ein wesentlicher Einflussfaktor auf den sagenumwobenen Authorrank sein. In diesen Authorrank könnten (wahrscheinlich) auch die Zugehörigkeit und Aktivität in Communities, Teilnahme an themenspezifischen Events und die thematische Zuordnung aller (Web-)Artikel mit hinterlegtem Authorship sein.

Theoretisch wäre es so für Google eine Leichtigkeit eine eigene, Google-spezifische Variante von “Klout” zu berechnen, der neben den reinen Interaktionszahlen (wie bei Klout) auch semantische Daten zugrundeliegen.

Derzeitiges Potential

Google+ ist immer noch als Geisterstadt verrufen, denn die Userbasis an aktiven Usern ist im Vergleich zu Facebook noch sehr gering. Das kann jedoch auch ein großer Vorteil sein! Derzeit bestehen noch relativ einfache Möglichkeiten, sich auf Google+ als Autorität in seinem spezifischen Themengebiet zu positionieren. Mit den konstant steigenden Userzahlen werden auch die durchscnittlichen Viralniveaus der Google+ Business Pages steigen, was langfristig einen erfoglreichen Auftritt immer schwieriger machen wird.

Deshalb meine Aufruf an alle: Auf gehts zu Google+!

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