Marcus Tandler | Mediadonis | Just another Online-Marketing Superhero
 

Google´s Universal Search

Niels Dörje Small-TeaserHey Jungs & Mädels! Ich bin´s, der Niels, Marcus´ neuer con-genialer Partner und Mitgründer von Tandler.Doerje.Partner. Nach 4 Jahren bei Google, und endlich auf der anderen Seite des Tisches, will ich auch mal ein wenig hier bloggen, und euch meine Sichtweise auf spannende Themen verraten.

Nach nun mehr als vier Jahren bei Google, ist die externe Betrachtung des Google Organismus noch faszinierender. Meine Szenerie hat sich geändert, so nehme ich alle Entwicklungen bei Google & Co nun vielmehr aus der Sicht des SEOs / Website Owners wahr (mit & Co. sind natürlich Facebook, Youtube und Zappos gemeint, und nicht etwa Bing und Yahoo).

Johannes, Mr. Sistrix, spricht in seinem letzten Post mit dem Titel „Google will Deine strukturierten Daten“ ein sehr spannendes Thema an, dessen Dimension und Chancen bis heute nur wenige gesehen, geschweige verstanden haben.

Zunächst glaube ich grundsätzlich, dass der Begriff Universal Search bzw. BlendedSearch eigentlich völlig falsch gewählt ist. Wenn man sich die 14 BlendedSearch One Boxen im deutschen Index so anschaut, liefern diese schlichtweg das bessere Ergebnis für den User in einem spezifischen Themenfeld, ergo -> klassische VerticalSearch. Die prominentesten Beispiele sind sicherlich Google Maps, Google Image Search, Google Finance und Google ProductSeach (früher Froogle). Es sollte eine einheitliche Diskussionsbasis geschaffen werden. Nachdem ich unzählige Erörterungen von selbst ernannten Universal Search Experten in den letzte Wochen verfolgt habe, sehe ich einen dringenden Bedarf, als llererstes den VerticalSearch / UniversalSearch Bereich für Diskussionen erklärend zu strukturieren und aufzuräumen.

Die verschiedenen Typen von Google´s VerticalSearch

Bei diesem Typ zeigt Google dem User unterschiedliche Media Formate als Ergebnis an. Hierzu zählen Ergebnisse von Google Books genauso wie YouTube, Images oder Blogs. Diese Gruppe sollten wir Google´s Media Search nennen. Dieser Typ bringt für den User klasse Ergebnisse, bei dem der User in Wirklichkeit einfach nur ein anderes Format ausgespielt bekommt. Die möglichen Wege um in dieser Media Search stattzufinden sind total unterschiedlich. Ganz zu schweigen von der Logik, wann welche OneBox im Index getriggert wird, oder auch eben nicht.

Aber wir sind noch beim aufräumen und strukturieren… Der andere Typ sind die klassischen Verticals wie Finanzen durch Google Finance, lokale Suche durch Google Maps, Nachrichten durch Google News, oder aber auch die Produktsuche durch Google ProductSearch.

Dies ergibt 2 unterschiedliche Typen: Media Search und VerticalSearch

Aber wie bekomme ich nun meinen Content in die einzelnen Verticals? Eigentlich sind es immer die gleichen Mechanismen – durch direktes Crawling, dem Einsatz von Sitemaps oder aber der Lieferung von XML Feeds an Google.

Die spannende Frage lautet nun, was ist der Unterschied zwischen der Lieferung der strukturierten Daten durch Feeds – heute, und in der Vergangenheit durch Google Base? Ich würde sagen eigentlich garnichts! Aber irgendwie fühlt es sich anders an… Wieso? Google´s ProductSearch ist sicherlich langfristig nicht ganz einfach für alle Shopping Portale, also in Hinsicht auf die Aggregation der entsprechenden Produktdaten. Auf ProductSearch kommt nun alles zusammen, was sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Neben Reviews des Produktes, findet man nun auch Bewertungen von den Sellern (a la ebay), und kann Preise bequem vergleichen. Als Retailer ist somit ProductSearch sicherlich eine strategische Herausforderung, denn viele der heutigen deutschen Angebote liefern dem User auch nicht viel mehr Nutzen & vor allem added Value.

Ich bin der Meinung, dass jeder Vertical seine eigenen Spezialisten Angebote hat, und auch immer haben wird. Die Website muss schlichtweg mehr Nutzen liefern als Google´s Verticals.

Es fühlt sich also anders an, weil sich die Angebote von Ciao, billiger.de und guenstiger.de nur noch wenig differenzieren. Jetzt kommt die Gretchenfrage -> „Soll ich nun meinen Feed strukturiert an Google liefern oder nicht?

Ich bin der Meinung man sollte das – System Google – für sich selbst optimal nutzen. Alle profitieren von Google mindestens genauso, wie sie Google inzwischen zu groß und mächtig finden. Das geniale an dem System ist doch, dass Google niemanden zwingt irgendetwas zu tun – nicht den User, nicht den Advertiser, nicht den „strukturierte Daten Feed Lieferant“ und schon gar nicht den SEO :-)

Wenn es mein Ziel ist, kurzfristig Traffic aus den entsprechenden Verticals zu ziehen, dann ab mit den Daten durch die Schnittellen zu Google, und ganz smart anfangen zu optimieren. Die Optimierungsvariablen in den Verticals sind sehr unterschiedlich.

Wenn ich aber etwas langfristiger denke, und das wird in dem Land der Dichter und Denker ja glücklicherweise sehr oft und gerne gemacht, dann kann man auch zum Schluss kommen gerade keinen Feed zu liefern. Ein Beispiel: Ich besitze den größten Fliesenshop im Netz in Denmark und meine Sichtbarkeit im dänischen Index ist tip top. Ich bin immer „front page material“ und Traffichappy. In Google ProductSearch gibt es nur ein sehr spärliches Angebot zu Fliesen, und auch die ProductSearch One Box wird kaum getriggert. Frage: Soll ich nun meinen Datenfeed in ProductSearch einspielen? Ich würde sagen nein!

Aber wieso will Google eigentlich Daten in strukturierter Form, und was heißt dies für die Optimierung? Strukturierte Daten an Google zu liefern ist eigentlich nichts wirklich Neues, und in Wirklichkeit nur eine andere Form der Suchmaschinenoptimierung. Wir kennen das ja von der Base Schnittstelle. Der Vorteil für den Content Owner ist, das der Inhalt komplett und gut strukturiert, sowie in hoher Qualität auf den Google Properties abgebildet wird. Die Unwägbarkeiten des Crawlings werden somit komplett eliminiert, und man ist wesentlich schneller im Index. Aber worum geht es eigentlich wirklich? Der Sichtbarkeitsindex wird weiter erhöht und als Gegenwert für die strukturierten Daten erhält der Content Owner Free Traffic. Das ist ein guter Deal für alle Beteiligten -> den ContentOwner, Google und den SEO :-)

Content Owner sollten sich jedoch bewußt sein, daß diese Art der Datenlieferung Google in die Lage versetzt, noch brillantere Produkte zu entwickeln, und ich denke, daß gerade ProductSearch eines der besten Beispiele hierfür ist. Wenn man diesen Pfad der Datenlieferung an Google jahrelang beschritten hat, und Traffic for free genossen hat, sollte man sich dann später nicht beschweren, wenn Google seinem Auftrag folgt, dem Suchenden die jeweils besten SERPs liefern zu wollen. Im Vergleich zu früher ist das beste Ergebnis allerdings unter Umständen nicht mehr eine Website, sondern bspl. direkt die entsprechenden Produkte.

Aber egal wie man es auch dreht, Google ist ein offenes System, von dem viele profitieren. Meine Empfehlung bleibt nach wie vor: Use the Google System as the system uses you.

Ich könnte stundenlang weiterschreiben zu diesem schönen Thema, aber für heute ist erstmal genug. Ich glaube ein Blick ins Google Lab wäre bspl. sehr passend … vielleicht ja beim nächsten Mal :-)
Bleibt im loop! Euer Niels

20 Comments on "Google´s Universal Search"

  1. Uwe sagt:

    Hi Nils,
    schöner erster Artikel. Eine Frage hätte ich allerdings noch: Warum sollte der Fliesenshop seine Fliesen nicht in den ProductSearch einspielen? Weil die Box kaum getriggert wird? Vielleicht spielt ja demnächst die Konkurrenz -mit viel kleinerem Angebot – Ihre Feeds ein und die Box wird viel häufiger getriggert. Damit würde ich als Marktführer doch zu schlecht gelistet?

  2. Flo sagt:

    Wär ich der Fliesenhändler würd ich mir das auch zwei Mal überlegen ob ich die Productsearch von Google nutze. Solange dort nur “unbrauchbare” Ergebnisse sitzen und du organisch ohnehin besser rankst wird sich denke ich die mehrheit der qualifizierten Anfragen ohnehin über das “normale” Suchergebnis auf deine Seite begeben.

    Auf jeden Fall interessanter Artikel, nur her mit mehr :D

  3. Mißfeldt sagt:

    Gute Ansätze :D
    Im Ernst: Danke für die “Strukurierung”. Ich bin allerdings bei dem Satz “Use the Google System as the system uses you” etwas skeptisch. Google weiss ja schon mehr über mich als ich über Google…

    Als Fliesenleger würde ich übrigens nur ein bisschen mitmachen. Also quasi ein paar Brocken hinwerfen. Auf keinen Fall sollte man seinen kompletten Shop bereitstellen, höchstens ein paar Angebote. Im Grunde alles händisch machen, nix automatisiertes.
    Gruß, Martin

  4. knut sagt:

    Klasse Beigtrag Niels!
    I also think so.
    Zum Start eines Vertikals und auch noch eine ganze Weile danach, kann man das System sicher ganz gut rulen. Wenn Google dann irgendwann einmal genug Daten zusammen hat und gewisse Dinge dazugelernt hat, kann es natürlich passieren, dass Google ein eigene Produkt baut und dazu die gesammelten Daten verwendet. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten und auch eine Exitstrategie parat halten.

  5. Roy sagt:

    Hey Niels, Great first post! love to read it, since it’s very understandable and clear to me, even for a dutch guy. The oneboxes will be triggered by the intent of the query, site authority and a certain amount of queries, I guess, correct? So it’s actually not even a smart thing to, let’s say ‘enable’, this feature if you have a steady position in the top 10. It only allows competition to pitch in on your piece of the cake, right?

  6. Niels sagt:

    Danke für Euer Feedback.

    @ Uwe: Das könnte theoretisch passieren aber meine Aussage ware eigentlich eher, daß man in einer starken Position/Marktführer sicherlich nicht der erste sein sollte, der Google mit einem strukturierten Datensatz in einem neuen Segment versorgt. Wenn andere beginnen und die One Box gettriggert wird, dann kann man noch immer reinliefern;)

    @ Mißfeldt: Yepp bin ganz bei Dir, man sollte einen ausgewählten Feed leifern, der zu seiner eigenen Strategie passt. Die 80/20 Regel passt sicherlich auch hier…

    @ Knut: Wenn es dann noch eine Exitstrategie gibt klasse, wenn allerdings der neue Vertical mit vielen Quellen schon da ist wird´s schwierig. Last but not least muß das eigene Angebot / Content immer mehr Nutzen liefern als der Google Vertical…dann ist alles gut. Ach ja, und wenn eine Branche sowieso den Feed über alle Kanäle anbietet, dann Feed mit Content anreichern und submitten. Das geht was;)

    @ Roy: You got it. The One Box trigger is very different in the individual Vertical, Country in accordance to Google´s product strategy per country.

    Cheers Niels

  7. socko sagt:

    Klasse Artikel.
    >> Use the Google System as the system uses you.
    Leider nicht immer so möglich.

Trackbacks for this post

  1. #Lerngefahr! RT mediadonis “G… - nikel.de

Got something to say? Go for it!