Marcus Tandler | Mediadonis | Just another Online-Marketing Superhero
 

Google´s neues Mission-Statement

Man man man… mein Feedreader quillt über mit immergleichen „Google straft Linkverkäufer ab“ Posts… als würden wir alle sowieso nicht alle dieselben Blogs lesen (geile Satzkonstruktion hehe :-)) – das ist ja fast wie damals, als BMW aus dem Index rasiert wurde…

Ich finde diese Trigami Debatte immer noch am lustigsten – auf die Jungs hagelt ja derzeit wirklich der meiste Scheiß ein, was sich bestimmt nicht besonders gut bei den erst kürzlich gefundenen Investoren macht. Ich muss auch sagen, dass ich Remo eigentlich sehr nett finde, und ganz sicher niemanden in unserem Business ein schlechtes ebensolches wünsche, aber auch das offizielle Zurückrudern ist nicht wirklich smart von statten gegangen…

Nehmen wir z.B. mal die Stellungnahme zur Frage „Wie steht Trigami zum Thema SEO“
Wir haben bereits mehrmals ausdrücklich kommuniziert, dass SEO aufgrund des aussergewöhnlich guten Zusammenspiels zwischen Blogs und Suchmaschinen zwar ein angenehmer Nebeneffekt für unsere Kunden sein kann, „. Wir haben uns in der Vergangenheit auch bewusst dahingehend positioniert, dass wir uns nicht als SEO-Werkzeug sehen und auch nicht als solches angesehen werden möchten. Wir distanzieren uns auch ausdrücklich von „Black-hat SEO“.

Erstmal sehr lustig, dass man den positiven Effekt eines Links innerhalb einer Blogger-Rezession offensichtlich als Black-hat SEO einstuft… 🙂
Aber nun zur eigentlichen Aussage – „jedoch ist SEO nicht der Grund, warum es trigami gibt“ – das ist ja alles schön und gut, aber Google ist das halt scheißegal! Wie ich schon in der Show am Dienstag gesagt habe (die Sendung ist nun übrigens endlich online…) geht es Google total am Arsch vorbei was das eigentliche Business von Trigami ist – ist ja auch durchaus legitim, aber letztendlich ist so ein gesponserter Blogpost halt immer noch ein gekaufter Link (sofern er halt wie in wohl 98% aller Fälle nicht mit nofollow gekennzeichnet wird) – und DAS interessiert Google! Nur weil Trigami sagt, dass das nicht ihr eigentliches Interesse ist, heißt das doch nicht, dass dieses Verhalten damit aus Google Sicht legitimiert wird! Ich kann ja genauso gut sagen, dass ich die Bank nur deshalb überfallen habe, weil ich die Alarmanlagen testen wollte – das erbeutete Geld war lediglich ein „netter Nebeneffekt“. Deswegen habe ich immer noch eine Bank überfallen, und werde höchstwahrscheinlich dafür in den Knast gehen (das war übrigens ein fiktives Beispiel zur Veranschaulichung – nur für den Fall, dass mir gleich jemand die Polizei auf den Hals hetzen will 🙂 …).

Und dann wird darauf gepocht, dass die Kunden sowieso nicht die Linktexte wählen können etc. Erstens mal ist der Linktext schon mal egal, sofern der Artikel themenrelevant ist, und der Blog nen mega Uummmpfff hat (Uummmpfff = Google-Trust), und zweitens scheint es wohl mehr als genug Kunden zu geben, die halt doch eben darauf aus sind (Marketing-Blog.biz hat da ein paar schöne Screenshots)… Nils hat übrigens das lustigste Trigami-Beispiel – saugeil 🙂
Das Ding ist aber auch, dass es schon mehrfach nicht ganz koschere Trigami-Kunden gab (bspl. Pokerstrategy (guter Beitrag bei Robert) und Yourcha (guter Beitrag bei Kai) – also scheint es so, als könne man nur zwischen verkappten Linkkäufern und unseriösen Angeboten wählen… 🙂

Und Remo hat nochmal etwas unsmart reagiert – auf den Hinweis folgend, dass die Abrechnungsmethode von Trigami doch eigentlich recht unfair ist, und man für den gesetzten Link doch auch eine monatliche Pauschale on top für die einmalige Erstellung des Posts verlangen könnte, antwortete Remo nämlich:

Vielen Dank für die Idee bezüglich Verbesserung unseres Geschäfsmodells (Trennung von Fix- und Monatskomponente). Wir haben auch schon über solche Modelle nachgedacht und Dein Vorschlag wäre tatsächlich eine Option, die wir näher betrachten sollten.

Dieses Abrechnungsmodell macht allerdings nur Sinn, wenn der Link nicht als nofollow gekennzeichnet ist, und somit Linkliebe vererbt. Wenn sich Trigami so sehr dagegen streubt als Linkverkäufer wahrgenommen zu werden, wieso antwortet dann der CEO, dass das evtl. eine Verbesserung ihres Geschäftsmodells sein könnte?

Aber wie gesagt – die eigentliche Mission von Trigami scheint eine ganz andere zu sein, als die in der Öffentlichkeit perzipierte, aber dennoch bekommt man deswegen keinen Freibrief von Google. Umdenken ist also angesagt…

Wo wir beim zweiten Teil meines angepissten Rundumschlags wären -> Google!

Seit Anbeginn des Internets waren Hyperlinks die Grundlage, und einer der Erfolgsfaktoren des noch jungen Internets. Dann kam Google und baute einen linkbasierten Algorithmus. SEOs und böse Blackhats kamen, und machten alles kaputt, woraufhin Google zur Prävention von Blogspam das nofollow Attribut einführte. Nachdem nofollow allerorts mit offenen Armen aufgenommen wurde, dachte sich Google, dass man nun doch auch neue Regeln hinsichtlich gekaufter Links diktieren könnte – und so wurden gerade mal 3 Monate nach der flächendeckenden Einführung von nofollow die Regeln für gekaufte Links geändert, die ab diesem Zeitpunkt nun ebenfalls als nofollow gekennzeichnet werden sollten.

Der kleine Webmaster musste nun also seine Webseite bzw. evtl. sogar sein Geschäftsmodell nur deshalb ändern, weil der Google Algorithmus gekaufte Links halt nicht hinreichend erkennen konnte. Selbstverständlich alles for free – voller Angst, dass einem Google irgendwann die Liebe entziehen könnte. Ein Unternehmen mit über einer Milliarde Dollar Gewinn pro Quartal (also 130 Dollar Gewinn pro Sekunde!!) diktiert also lieber den Webmastern wie sie ihre Seiten bauen sollen, als den eigenen Algorithmus besser zu tunen!

Ist das eigentliche Mission Statement von Google nicht eigentlich die Informationen der Welt zu organisieren? Nun scheint das offizielle Mission Statement zu sein, anderen Menschen zu diktieren wie sie ihre Webseiten bauen, ihr Internet Business gestalten, und Werbung kaufen und verkaufen sollen! Denn die soll man ja am besten bei Google kaufen! Gekaufte Links und ihre Macht besser in den organischen Ergebnissen zu stehen sind ja quasi ein Konkurrenzprodukt zu Google Adwords, oder nicht?

Die Frage ist ja auch, was eigentlich ein gekaufter Link ist? Nur wenn Geld fließt? Wenn mir jemand einen Kasten Bier oder ein T-Shirt schickt, weil ihm unsere Sendung so gut gefällt, und ich dann dementsprechend drüber blogge – ist das nicht auf ein gekaufter Link? Ein Blogger hatte letzt einen Hilferuf gestartet, weil er aus einem bestimmten Grund umbedingt Geld auftreiben musste – ich habe ihm etwas gespendet, und bin in Folge dessen auf seinem Blog genannt worden – das war doch auch ein gekaufter Link, oder? Es werden tag-täglich soviele Links gesetzt, die in irgendeiner Form als „gekauft“ deklariert werden könnten, bei denen aber halt kein Geld geflossen ist… Google macht das Internet unnötig kompliziert, weil ich nun ständig aufpassen muss, auf wen ich einfach so, und auf wen mit nofollow linke (was ich selbstverständlich nicht mache!) – nur aus der Angst heraus, dass mich Google irgendwann deswegen abstrafen könnte! Woher soll auch Google wissen für welchen Link Geld geflossen ist, und für welchen nicht? Dieser Link z.B. hier auf PokerStars.de – ist der gekauft oder nicht? 🙂

Wenn ich nicht soviele Freunde bei Google hätte, würde ich fast mal vorschlagen, einen Google-Free Tag zu veranstalten, an dem niemand auf der ganzen Welt (was natürlich nicht realisierbar wäre…) auf Google AdWords Anzeigen klicken soll. Diese Anzeigenklicks sind nun mal 98% des Google-Umsatzes, und sollten diese mal nicht mehr erfolgen, ist es halt vorbei mit firmeneigenen Privatjets und eigenen Satelliten 🙂
Vielleicht würde Google dann endlich mal merken, dass man nicht einfach der gesamten Internetnutzerschaft seinen Willen aufoktruieren kann, vor allem nicht, auch bzw. gerade wenn man eines der profitablsten Unternehmen der ganzen Welt ist!

Aber natürlich sind das nur meine 2 cents… – hugh, ich habe gesprochen 🙂

P.S.: Ich liebe Dich natürlich immer noch Google! Bitte nimm mir nicht meinen Pagerank 🙂